Elkesgeschichte2021-09-16T12:29:13+00:00

Bedürfnis nach Austausch.

Ich bin 64 Jahre alt, verheiratet und habe einen Sohn. Mein Leben verlief gut, bis ich 2004 die Diagnose „Multiple Sklerose“ erhielt. Das war ein Schock. Ich brauchte einige Zeit um mit dieser schweren Erkrankung und dem Wissen um ihre Gefahren umgehen zu können. Leider schritt die Erkrankung bei mir auch recht schnell voran, so dass ich 2009 berentet werden musste.

Was mir recht schnell half mich abzulenken war mich künstlerisch zu betätigen. Etwas zu gestalten. Mein Mann sagte dann auch manchmal scherzhaft, wenn er merkte, dass ich schwermütig wurde: „Hol die Klebepistole raus!“
Durch die kreative Arbeit konnte ich in eine andere Welt eintauchen. Für mich ist es eine Form der Achtsamkeit, die mich von schweren Gedanken und auch körperlichen Schmerzen ablenkt.

Eines Tages sprach mich dann die Leiterin der Selbsthilfekontaktstelle in Bad Freienwalde Marion Brunnert an, ob ich Lust hätte einen Basteltreff anzubieten. Das machte ich und schon bald fand sich eine recht große Gruppe von Menschen zusammen. Während wir bastelten, tauschten wir uns über verschiedenste Therapieansätze, Kräuterheilkunde und Alltagsprobleme aus. Dabei war die Grundstimmung immer positiv.

2018 beschloss ich dann den Treff als Selbsthilfegruppe zu initiieren. Das wurde von Anfang an sehr gut angenommen. Durch die Corona-Pandemie wurde dann das Bedürfnis nach Austausch noch verstärkt und mittlerweile sind wir 25 Teilnehmende und erfreuen uns steigender Beliebtheit. Natürlich richten wir uns bei unseren Treffen nach den geltenden Corona-Maßnahmen, so dass wir auch oft mehrere Termine anbieten. Ich freue mich sehr über die gute Energie in der Gruppe und hoffe auf viele weitere gemeinsame Jahre.

Elke Hädicke
Leiterin der Selbsthilfegruppe „Gesprächskreis für Körper und Seele“ bei der Selbsthilfekontaktstelle „Haus der Begegnung“ Bad Freienwalde

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